Situation Auf unserer insel

Auf den Azoreninseln sieht man entlang der Straßen, Wege und irgendwo zwischen den Weiden immer wieder Pferde, die an harten Seilhalftern oder sogar an den Beinen angepflockt sind.

5-8 m Seil zum Grasen, sie haben meist kein Wasser, keinen Schutz vor der heißen Sonne im Sommer, dem vielen Regen, dem Wind und den häufig sehr sehr starken Stürmen. Meist stehen sie allein – weit und breit kein Artgenosse und oft sogar kein anderes Tier.


Vom Tragen des groben Seilhalfters und der dauerhaften Anbindehaltung  hat dieses Pferd eine offene Wunde auf der Nase, die nicht behandelt  wird.
Vom Tragen des groben Seilhalfters und der dauerhaften Anbindehaltung hat dieses Pferd eine offene Wunde auf der Nase, die nicht behandelt wird.

Vielen Pferden sieht man die langjährige Vernachlässigung sofort an. Sie sind total dünn, haben Narben oder nicht versorgte offene Wunden. Die meisten werden nicht entwurmt und oft haben sie Parasiten. Manche haben Krankheiten, die nicht behandelt werden. Viele von ihnen haben noch nie einen Hufschmied gesehen und haben viel zu lange Hufe, was u.a. zu einer extrem großen Belastung ihrer Bänder und Sehnen führt.

Sobald die Pferde und Esel zu alt oder krank sind und nicht mehr für die Arbeit oder zum Reiten genutzt werden können, werden sie zu einer Belastung für ihre Besitzer. Sie wollen oder können Tiere, die nicht "ihren Lebensunterhalt“ verdienen oder die sie nicht mehr reiten können, nicht durchfüttern.

 

Einige binden sie nur auf einem Feld an und pflocken sie von Zeit zu Zeit um, andere lassen sie auf der Caldeira frei.

 

Aufgrund des unwegsamen Geländes auf der Caldeira, dem mangelden Schutz vor Regen, Stürmen und der brennenden Sonne, der fehlenden Wasserquellen und des Futtermangels in bestimmten Jahreszeiten, sterben viele Pferde dort elendig.

 

Bisher gab es keine offizielle Stelle, die sich für den Schutz der Pferde und Esel zuständig fühlte und keinen Ort auf der Insel, der ausgesetzte Tiere aufnahm. Seit Jahren versuchen Einzelpersonen in akuten Notsituationen zu helfen, aber wenn es keine offizielle Stelle gibt, die unterstützt und an die man sich in solchen Situationen wenden kann, ist es für den Einzelnen oft so gut wie unmöglich, zu helfen.

 

Es ist einfach ein "normaler Anblick“, Pferde und Esel am Wegesrand zu sehen, die auf diese Weise gehalten werden. Viele Menschen, vor allem diejenigen, die nichts mit Tieren zu tun haben, oder diejenigen, die in der Stadt leben, wissen nicht einmal, dass das Problem existiert.

Balu, ausgesetzt, gefunden October 2014